Der Schacht Dankmarshausen gehörte zum Kaliwerk Alexandershall in Dippach. Als Schacht Alexandershall III war er ein reiner Quotenschacht. Quotenschächte wurden abgeteuft, um eine Förderquote für einen solchen Schacht zugewiesen zu bekommen. Sie wurde in der Regel jedoch nicht genutzt, sondern auf ein förderndes Werk (im Fall des Schachtes Dankmarshausen auf das Kaliwerk Alexandershall) zwecks besserer Auslastung übertragen. Dass es sich wirklich nur um einen Quotenschacht handelte, erklärt sich aus der Tatsache, dass unter Tage lediglich 400 Meter Strecke aufgefahren worden sind.
Teufbeginn war das Jahr 1910. Das Teufen des Schachtes endete im Jahr 1914. Die erreichte Endteufe lag bei 434 Meter. Beim Abteufen traten starke Wasserzuflüsse auf, die ein konventionelles Weiterteufen mit Arbeiten auf der Schachtsohle unmöglich machten. Der Schacht lief voll Wasser und in der Folge musste das sehr teure und technisch aufwändige Schachtbohrverfahren nach Kind-Chaudron angewendet werden, bei dem das Weiterteufen durch einen großen Bohrer (so groß wie der Schachtdurchmesser) im stehenden Wasser erfolgt. Das spätere Einbringen des gusseisernen Ausbaus (Tübbinge) geschah dann durch Einschwimmen der vor Ort aus Segmenten zusammengebauten Ausbauröhre. Der verbleibende Ringraum zwischen Tübbingen und Gebirge (Salzgestein) wurde mit Beton ausgegossen. Nach einer vorläufigen Stilllegung 1916 erfolgte im April 1919 eine erneute Inbetriebnahme des Schachtes. Die Betriebsphase dauerte bis zur Umnutzung des Schachtes zur Endlaugenversenkung im Jahr 1927.
Während des 2. Weltkrieges waren auf dem ehemaligen Schachtgelände Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten im „Wohn- und Kriegsgefangenenlager“ der Wintershall AG (Werk Heringen II) untergebracht, die Zwangsarbeit z.B. in der Leichtmetallproduktion auf dem Werk Wintershall im benachbarten Heringen verrichten mussten. Das unter dem 1936 eingeführten Markennamen „Magnewin“ produzierte Leichtmetall wurde vor allem in der Flugzeug- und Fahrzeugproduktion eingesetzt.
Heute ist der 1949 montierte Schachtdeckel mit einer Musterpflasterung in die Platzgestaltung eingebunden. Die noch erhaltenen Gebäude werden teilweise durch den örtlichen Bauhof nachgenutzt.
Ort der Zwangsarbeit
Das Lager Dankmarshausen auf dem Gelände des ehemaligen Kaliwerkes Alexandershall bestand vermutlich seit dem Sommer 1940 zunächst als Kriegsgefangenenlager und wurde in den folgenden Jahren schrittweise erweitert. Im März 1941 waren dort bereits über 650 Gefangene untergebracht. Ein Teil von ihnen wurde für Bauarbeiten im Auftrag der Firma Sievers & Co. eingesetzt, die an der Erweiterung der Leichtmetallfabrik in Heringen beteiligt war.
In den ersten Kriegsjahren kamen die Kriegsgefangenen ausschließlich im Kaliwerk Wintershall zum Einsatz. Nachdem im Sommer 1940 französische und belgische Gefangene zugeführt worden waren, lag ihre Zahl zunächst relativ konstant bei rund 350 Personen. Im Oktober 1941 stieg die Belegungszahl sprunghaft um etwa 100 an – vermutlich handelte es sich dabei um Ukrainer oder Russen. Im Frühjahr 1942 wurden diese jedoch offenbar wieder abgezogen oder in den Status von Zivilarbeitern überführt. In der Folge sank die Zahl der Kriegsgefangenen bis zum Herbst 1942 auf etwa 180 und blieb dann bis zum Ende des Krieges nahezu unverändert.
| Kategorie | geoOrt |
|---|---|
| Grenzübergang Bahnlinie Widdershausen/Dankmarshausen Entfernung: 0.87 km von Schachtanlage Alexandershall III (Dankmarshausen) | |
| Kraftwerk Widdershausen Entfernung: 1.78 km von Schachtanlage Alexandershall III (Dankmarshausen) | |
| Kaliwerk Alexandershall I Entfernung: 2.61 km von Schachtanlage Alexandershall III (Dankmarshausen) | |
| Monte Kali Entfernung: 3.13 km von Schachtanlage Alexandershall III (Dankmarshausen) | |
| Leichtmetall-Fabrik Wintershall Entfernung: 3.81 km von Schachtanlage Alexandershall III (Dankmarshausen) |
Das Werra-Kalibergbau-Museum in Heringen (Werra) dokumentiert die Geschichte und Gegenwart des seit 100 Jahren wichtigsten deutschen Kaliabbaugebiets auf beiden Seiten der hessisch-thüringischen Landesgrenze an der mittleren Werra. Der Ende des 19. Jahrhunderts beginnende Kalibergbau prägt die Region maßgeblich bis auf den heutigen Tag und ist nach wie vor der mit weitem Abstand größte Arbeitgeber.